Waldbesuche

Zurzeit bieten Ihnen bundesweit 20 Forstbetriebe Informationen über ihr waldbauliches und jagdliches Vorgehen an, um eine Balance von Wald und Wild zu erreichen.

 

Was können Sie erfahren?

Für die erfolgreiche Entwicklung eines vitalen gemischten Waldes sind insbesondere Waldeigentümer und Jäger verantwortlich.

  • Wie findet eine zielgerichtete Kommunikation zwischen beiden Partnern statt.
  • Unterstützt der Waldeigentümer den Jagderfolg durch die Anlage jagdlicher Infrastruktur, Rücksichtnahme bei Pflegemaßnahmen, Einnahmeerwartungen aus Jagd …….
  • ….ist der Jäger in die Waldbewirtschaftung eingebunden über langfristigen Pachtvertrag, Begehungsscheine, Pirschbezirke oder …

Neben den betriebsindividuellen Wald- und Jagdmethoden, sind die Betriebe auch dazu bereit, Sie über betriebswirtschaftliche Konsequenzen ihrer Jagd zu informieren.

 

Jagdaufwand contra

  • Wegfall Verbiss- und Schälschutz, Zäune
  • Wuchsgeschwindigkeit des Nachwuchses
  • Qualität des Nachwuchses
  • Stabilitätsfördernde Artenvielfalt mit Reduktion des Kalamitätsholzanfalls u. a. m.

 

waldbesuche
 
 
 

Balance Wald und Wild – es funktioniert!
– Beispielreviere geben Auskunft –

 

Schalenwild gehört in unseren Wald, darf ihn aber nicht auffressen. Ein ewig währendes Streitthema zwischen Jagdverbänden und Forstwirtschaft. Was ist ein Wildschaden, der dem Wald zusetzt, was nicht?

 

Das Thema hat durch den Klimawandel höchste Brisanz erhalten. Das Risiko großflächiger Waldverluste kann nur durch Mischwald anstelle vieler Monokulturen gesenkt werden. Leider haben insbesondere Rehe die unangenehme Eigenart die Mischung massiv zu dezimieren, da insbesondere seltene Baumarten als Leckerbissen bevorzugt verspeist werden. Noch nie gab es so viele Rehe wie heute – entsprechend groß sind die Schäden.

 

Im Rahmen des BioWild-Projektes der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) haben sich bundesweit 19 Forstbetriebe dazu bereit erklärt zu zeigen und zu erklären, wie man eine Balance von Wald mit Wild schafft. Scharf, effizient, aber tierschutzgerecht jagen und Wald naturnah bewirtschaften! Der Mischwald wächst, ganz ohne Zäune und dem Wild geht es erkennbar gut. Auch die wirtschaftliche Bilanz der Betriebe stimmt.

 

Einer dieser Betriebe ist der von Holger Weinauge unweit von Güstrow mitten im Naturpark Mecklenburgische Schweiz. Es wird tatsächlich kühler, wenn man in den Wald von Holger Weinauge kommt und natürlich grünt es überall. Stolz zeigt er Fotos seines Waldes, wie er aussah als er ihn 2005 übernahm. Als Besucher kann man sich dann selbst ein Bild machen und staunen, wie aus einem lichten Buchenwald eine „grüne Hölle“ geworden ist.

 

Das kam nicht von ungefähr. Um dieses Wunder zu vollbringen, musste Weinauge erst einmal den Wildbestand im Wald deutlich reduzieren. Das brachte ihm den Zorn der örtlichen Jägerschaft und dem Beinamen „Rehmörder“ ein. Die neue Situation ließ aber auf einmal unterschiedliche junge Bäume wachsen, die bislang regelmäßig abgefressen wurden. Inzwischen ist der Wald so grün, dass er von überall Rehe anzieht, die hier Deckung und Futter ohne Ende finden ohne Schaden zu machen.

 

Dieser Wald ist sicherlich ein Paradebeispiel dafür, wie habitatangepasste Wildbestände zum Vorteil für Wald und Wild werden können. Aber es gibt noch weitere Wald-Wild-Beispielreviere, die sich über ganz Deutschland verteilen. Im Rahmen des BioWild-Projektes der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) haben sich diese Betriebe das Ziel gesetzt, zu zeigen und zu erklären, wie man eine Balance von Wald mit Wild schafft.

 

So können sich Forstbetriebe, die ihren Wald umbauen wollen und andere Interessierte, gern an die 19 Beispielhaften wenden, können von deren Erfahrungen profitieren und bekommen ganz konkrete Tipps. Die Adressen finden Sie auf der Homepage der ANW Deutschland unter „http://biowildprojekt.de/wald-wild-beispielreviere/”– es lohnt sich!

 
Verfasser:
Hans von der Goltz
Wolfgang Pester
 
ERZG_Eibenstock_HvdG_2014

Weißtanne-, Fichte- und Buchennaturverjüngung unter Altfichte
(Foto: H. von der Goltz)



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